Datteln mit Punkten innen, Schädlingsbefall

DattelDatteln sind lecker und gesund. Leider bin ich gerade auf eine Packung getroffen, deren Inhalt zu über 50% ungenießbar ist. Die Datteln haben innen um den Kern dunkle Punkte. Die Punkte leben nicht, sind also keine Eier. Allerdings gibt es eine Fliege die ihre Eier in Datteln legt. Dort lebt dann die Larve und was man im Bild sieht, sind die Ausscheidungen der Larve. Klingt alles nicht besonders appetitlich, ist aber so.

Die Datteln gibt es beim Penny zu kaufen. EAN Code ist 4003557122009. Sahara Sorte Alig, Getrocknete Datteln mit Stein aus Tunesien. Medifruit, Borj Cedria, Tunesien.

Ich habe die Datteln zurückgebracht und den Betrag auf den aktuellen Einkauf anrechnen lassen.

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PR Stunt: E-Mail made in germany bedeutet mehr Sicherheit für Mails behaupten Telekom, GMX und Web.de

Ralph Dommermuth, CEO United Internet auf die Frage was genau diese Initiative bringt: „Ich würde es mit „Ein gutes Gefühl“ beschreiben. … dass die Emails die ich schreibe und empfange nicht mitgelesen werden können.“

Stimmt das? Die Mails sind vor und nach der Übertragung von Telekom zu GMX/Web.de oder andersrum Plaintext und lesbar. Woher weiß ich dass Telekom, GMX und Web.de diesen Plaintext nicht speichern und nicht Schnittstellen für den BND genau an dieser Anfanges- und Endstelle bereitstehen?

SSL ist super, aber es ist einfach ein Standard, der schon vor 6 Jahren eingeführt hätte werden müssen. In diesem Fall von sicherer Kommunikation zu sprechen, die nicht mitgelesen werden könnte ist schlichtweg Desinformation. Gefährliche Desinformation oder eben reine PR. Es ist Wahlkampf und so können sich diese deutschen Vorzeige-Unternehmen und die Regierung hinstellen und auf diese ach so fantastische Initiative zur „Netzsicherheit in Deutschland“ hinweisen.

Wäre es nicht so traurig würde ich lachen.

Man beachte: In dem Moment in dem Ralph sagt „Ein gutes Gefühlt…“ nicken René und der Interviewer mit ernster Mine. Was denken die sich? „Ja da haben wir echt was geschafft. Super Sache. Toll gemacht Jungs.“ Müssen das Manager lange üben? Ohne mit der Wimper zu zucken so einen Kram zu erzählen vor laufender Kamera? Oder macht man das einfach bei solchen Jahresgehältern?

Jahresgehalt René Obermann (2008): 3,22 Mio. Euro

Jahresgehalt Ralph Dommermuth: 18 Mio. Euro

Update: Und als hätte es noch eine Bestätigung gebraucht, dass man diesen Herren nicht trauen kann berichte Heise heute: Deutsche Telekom wertet Verbindungsdaten sämtlicher Telefonate aus. Wenn das der Maßstab ist dann kann ich ja sicher sein, dass sie alle Mails ebenfalls auswerten.

Gerichtsverfahren und Öffentlichkeit

In Deutschland darf nicht per Video aus einem Gerichtssaal übertragen werden – auch wenn der Prozess öffentlich ist.

Der Begriff der Öffentlichkeit in der Wikipedia:

Im Prozessrecht bezeichnet Öffentlichkeit sowohl die Tatsache, dass eine Gerichtsverhandlung auch unbeteiligten Personen zugänglich ist, als auch den Kreis der einer Gerichtsverhandlung beiwohnenden, nicht direkt beteiligten Zuschauer.

Gerichtsverhandlungen einschließlich der Verkündung der Urteile und Beschlüsse sind in der Regel öffentlich (Deutschland: § 169 des Gerichtsverfassungsgesetzes). Obgleich im Grundgesetz nicht ausdrücklich erwähnt, gilt Öffentlichkeit der mündlichen Verhandlung als Grundprinzip des Rechtsstaates. Auch nach Artikel 6 Absatz 1 der europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) gehört das öffentliche Verhandeln vor Gericht zur Voraussetzung eines fairen Verfahrens.

Und nun kommen die deutschen Gerichte und sagen, dies sei durch streng limitierte Sitzanzahl und einem komplexen Akkreditierungsverfahren gewährleistet. Das bedeutet u.a.

  • als Nicht-Journalist bekommt man keinen Zugang zu entscheidenden Prozessen (wie dem NSU-Prozess oder der Verhandlung des ESM vorm BVerG
  • ausschließlich Meinungen aus Sekundärquellen also Mainstream-Medien können zur Kenntnis genommen werden
  • somit ist es als Bürger, den die Entscheidungen der Gerichte direkt betreffen (ESM), unmöglich, sich ein eigenes Urteil zum Geschehen vor Gericht zu bilden

Es ist an der Zeit, die Grundlagen unserer Judikative zu überdenken und auf zeitgemäße Grundlagen zu stellen. Warum soll man Prozesse nicht per Video streamen und archivieren? Einige Prozesse sind enorm wichtig und von großem Interesse. Ein Beispiel dafür ist der Eichmann-Prozess in Jerusalem. Die Bedeutung dieses Prozesses tritt erst zu Tage, wenn man sich die aus ihm gewonnen Erkenntnisse von externen Beobachtern vor Augen führt. Wäre es Hannah Arendt damals nicht möglich gewesen, dem Prozess beizuwohnen, so wäre es nicht zur Erkenntnis der „Banalität des Bösen“ gekommen. Daher sollte der Eichmann-Prozess in keinem Lehrplan fehlen. Und warum sollte er nicht komplett der Öffentlichkeit (nicht der, wie im deutschen Recht als Öffentlich definierten, ausgewählten hand-voll Journalisten der Mainstream-Medien) zur Verfügung stehen?

Ich bin erstaunt, darüber, dass es dahingehend keine größere Empörung gibt. Aber vielleicht ist auch das Interesse an Informationen bei der breiten Masse durch die bloße Existenz von Facebook gedeckt?

Immerhin plädieren mittlerweile auch althergebrachte Juristen, wie der ehemalige Verfassungsrichter Ernst Gottfried Mahrenholz dafür, in Einzelfällen eine Videoübertragung in Betracht zu ziehen.

Norwegen ist (wie oft) einen Schritt weiter und überträgt z.B. den Breivik-Prozess per Video-Streaming mit positivem Ergebnis.

Karstadt Mannheim

Hier war die Karstadt-Filiale. Tendenz: Die 1€-Shops, Sex-Shops, McDonalds, H&M, DM, StarBucks und Tinten-Tankstellen übernehmen die Einkaufmeilen in Deutschland. Alles wiederholt sich alle 400 Meter und das im ganzen Land.

Wikileaks-Keynote von Jacob Applebaum auf der TheNextHope Hacker-Konferenz (Audio)

Auf der Hacker-Konferenz „The Next Hope“ (Hackers on Planet Earth) war eigentlich eine Keynote mit Julian Assange geplant. Dieser tauchte dort aber nicht auf, aus Angst vor eine evtl. Festnahme durch die amerikanischen Bundesbehörden. Und wie sich zeigte war diese Vorsichtsmaßnahme nicht übertrieben, denn auf der Keynote tauchten nicht nur interessierte Computer-Spezialisten auf, sondern auch ein paar Mitarbeiter des FBI. Da diese keinen Durchsuchungsbefehl vorweisen konnten, zahlten mindestens zwei von ihnen die 100$ Eintrittsgebühr.

Die Keynote wurde trotzdem gehalten und zwar von Jacob Applebaum. Er ist Computeraktivist (arbeitet u.a. am Tor-Projekt und Wikileaks). 2006 hielt er eine Keynote zum Thema FileVault auf dem Chaos Communications Congress vom CCC.

Unten findet ihr die Links zum Audio-Mitschnitt der Keynote.

Follow up: am 29.07.2010 wird Jacob Appelbaum bei seiner Rückkehr aus den Niederlanden in die USA einer „zufälligen Kontrolle“ unterzogen und für 3h festgehalten. Seine Taschen wurden durchsucht, Dokumente kopiert, sein Computer wurde inspiziert und seine drei Mobiltelefone beschlagnahmt. Ihm wurde nicht getattet einen Anruf zu tätigen.[1]

Audio

http://thenexthope.org/talks-list/#Keynote%20Address%20-%20Wikileaks

Photos

http://www.flickr.com/photos/jabella/4801908673/

Texte

zur Hope-Keynote: http://news.cnet.com/8301-1009_3-20010861-83.html

[1] zur Durchsuchung am Flughafen: http://news.cnet.com/8301-27080_3-20012253-245.html