Was ist los mit Generalbundesanwalt Harald Range

Druck von Aussen oder schlicht fehlende Kompetenz? Ich habe nichts persönlich gegen Herrn Range, nur darf es nicht sein, dass solch ein Mensch eine so wichtige Behörde leitet. Peinlich für die BRD. Statt Range könnte man wohl einen Roborter an dessen Stelle setzen, der dann die vorformulierten Antworten abspult.

Ist Ranges genüßliches schmunzeln bei 4:30 bzgl. „Journalisten die Infos rausgegeben haben“ schon ein Wink zu der am 30.07.2015 gestellten Strafanzeigen gegen Markus Beckedahl und Andre Meister von Netzpolitik.org? Die Antwort auf die Frage, ob Snowden befragt werden soll, lohnt es zu transkribieren (ab 4:10) :

Das steht im Augenblick nicht zur Debatte. Wir sind dabei mit (sic) im Rahmen unseres Konzeptes durch Zeugenvernehmungen zunächst einmal in Deutschland und durch weitere Ermittlungen auch die Dokumente mal versuchen in Augenschein zu nehmen, die Herr Snowden der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt hat, allerdings nur über Journalisten, die sie auch nicht ohne weiteres bis jetzt herausgegeben haben.

What the fuck? Wer das nun verstanden hat äußere sich bitte in den Kommentaren. Wir zumindest werden nicht schlau daraus.

Er will die Snowden Dokumente begutachten. Aber einschränkend fügt er hinzu, dass Dokumente nicht öffentlich gemacht wurden und damit zur Verfügung stünden. Warum fragt er nicht Snowden nach den Dokumenten oder Glenn Greenwald? Und was hindert ihn daran, die Dokumente die bereits öffentlich sind für seine Ermittlungen in Betracht zu ziehen? Davon gibt es mehr als genug. Ich spare mir hier eine Verlinkung, um nicht im Gefängnis zu landen (ah Einschüchterung funktioniert).

Ich versuche mich nun mal zu beruhigen, nehme die Zähne wieder aus der Tischkante und trinke einen Tee. Dann schaue ich mir an, wieviele Tage Harald Range noch im Amt bleibt.

Heute ist es immerhin schon 1 Tag, den er geschafft hat. Glückwunsch dazu.

UPDATE 2015-08-01: Die Einschüchterung wirkt nicht nur hier, sondern auch bei Tagesschau.de. Kai Gniffke lehnt ein Einstellen der fraglichen Dokumente bei Tagesschau.de ab.

Also haben wir heute geprüft, ob wir die beiden Dokumente, die netzpolitik.org veröffentlicht hat, nicht nur verlinken, sondern auch direkt bei uns auf die Seite nehmen. Als Akt der Solidarität. Als Zeichen dafür, dass wir es unerhört finden, dass man sich genau das Portal aussucht, hinter dem man die geringsten juristischen Widerstände vermuten kann. Deshalb gehört unsere Solidarität Markus Beckedahl und seinem Team. Tatsächlich haben mir Juristen davon abgeraten, die Dokumente bei uns einzustellen.

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Broken Apple #16 – iFitness App spurlos aus iTunes Store verschwunden (UPDATE 4)

Apple – der Verein wird mir immer unsympatischer. Dass nicht alle Apps zugelassen werden können leuchtet mir ja ein. Es gibt Inhalte, die sind schlichtweg gesetzlich verboten und das ist auch in Ordnung. Trotzdem gefällt es mir nicht, wie Apple mit diesem Problem umgeht. Nach einer offizielle Seite, auf der alle abgelehnten Apps entsprechender Begründung gelistet sind, kann man lange suchen. Die gibt es leider nicht.

Das finde ich nicht nur sehr Kunden- und Entwickler-Unfreundlich, sondern es führt auch zu so absurden Situationen wie der folgenden:

Die App iFitness kann man fast schon zu den App Klassikern des iTunes Stores zählen. Über sehr lange Zeit war die App in der Kategorie „Healthcare & Fitness“ die #1 – und das in den unterschiedlichsten Ländern.

Es handelt sich um eine App mit der man Fitness-Pläne erstellen und darüber buchführen kann. Regelmäßig kamen Updates und die App wurde immer besser. Anfang Dezember 2010 verschwand dann plötzlich die App aus den iTunes Stores weltweit. Warum ist bis heute nicht geklärt. Von Apple gibt es ja, wie schon erwähnt keine öffentliche Liste aller abgelehnten Apps. Die Entwicklerseite steht zwar noch im Netz ( http://medicalprod.com/ifitness.html ) aber jede Anfrage an die angegebene Kontaktadresse ifitness.support@gmail.com bleibt unbeantwortet. Dies berichten unabhängig voneinander mehrere Kunden. Erstaunlich ist auch, dass die App im Android App Store, sowie im Blackberry App Store immer noch zu finden ist (https://market.android.com/details?id=com.medicalproductions.ifitness) .Der Entwickler hat sich bisher überhaupt nicht geäußert, warum seine App weltweit plötzlich von der Bildfläche verschwunden ist.

Wenn man sich überlegt, dass es weltweit sehr viele Kunden gibt, die Geld für diese Anwendung bezahlt haben, dann finde ich das Vorgehen von Apple in dieser Angelegenheit mehr als bedenklich. Klar, man kann die App weiter benutzen, aber was ist wenn man die App doch mal neu laden möchte? Das geht dann schlichtweg nicht.

Ein Blog der dies ebenfalls aufgegriffen hat ist der von Michael Williams. Sein Artikel dazu ist unter folgender URL zu finden (englisch): http://itsmichaelw.com/review/why-was-ifitness-removed-from-the-app-store/

Auch im iphonedevsdk-forum wird heftig diskutiert, wie das Verschwinden zu erklären ist: http://www.iphonedevsdk.com/forum/business-legal-app-store/60960-ifitness-appears-skyrocket-ratings-apple-keeps-silent-3.html#post279448

Weiß jemand mehr zu diesem Fall?

iFitness ist Kommentarlos verschwunden:

MajicRank stats der iTunes Stores in USA, Deutschland und Japan. Anfang Dezember verschwindet die App offensichtlich aus den Stores: (Babdua-Artikel zu MajicRank und dem dubiosen App-Store Ranking: https://babdua.wordpress.com/2010/05/31/itunes-store-a…ing-top-secret/)

UPDATE 1: Offiziell bestätigt mir das zwar niemand, aber es scheint als wäre iFitness unter anderem App-Namen, Firmen-Namen sowie Entwickler-Identität zurückgekehrt in den App-Store. Das Programm heißt nun FullFitness (iTunes Link), wird entwickelt von der Firma healthXperts. Auffällig ist der identischer Aufbau der App. Vom Menu bis hin zur Backup-Funktionalität. Es wird auch gleich das erste Update angekündigt:

Our next update will have body measurments tracker, calorie counter, bmi tracker and more.

Interessant ist, dass all diese Funktionen schon in iFitness enthalten waren oder auch dort für das nächste Update geplant waren. Sogar die Texte sind identisch und ich habe festgestellt, dass ich sogar meine Historie von iFitness importieren kann, wenn ich mich mit den identischen Account-Details anmelde. Was ganz praktisch ist – trotzdem sollte diese App für iFitness-Käufer eigentlich kostenlos sein.

Ist zwar schön, dass die App zurück ist – die Konkurrenz war miserabel und nahezu unbenutzbar. Aber Steve und die Entwickler verdienen nun doppelt, der Idiot ist wie immer der Kunde der für die gleiche App zwei Mal zahlen darf.

Aber genauso funktioniert ja heutzutage „Wachstum“.

UPDATE 2: Wer es noch immer nicht geglaubt hat, dass es das identische Programm ist, sollte von folgender Beobachtung überzeugt werden. Loggt man sich in der Backup-Funktion mit dem alten Account von iFitness ein, so kann man unter FullFitness eine Wiederherstellung aus den alten Daten machen und gelangt somit zu den alten Übe-Routinen und der History.

UPDATE 3: Wie ein Leser berichtet ist am 17.05.2011 auch FullFitness weltweit aus allen iTunes App Stores verschwunden. Mal wieder, wie man es von Apple kennt, ohne irgendeine Stellungnahme oder Begründung. Schade, nun gibt es aktuell keine allround Fitness-Tracking-App, die ich empfehlen könnte. Apples System der Intransparenz at it’s best.

UPDATE 4, 21.06.2012: Seit heute ist die App erneut unter anderem Namen nahezu unverändert im AppStore verfügbar. iFitness Pro ist diesmal der Name.

iPhone Link
iPad Link

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Lieferant von Steuer-CD begeht „selbstmord“ in U-Haft

Interessante Meldung bei FTD: http://www.ftd.de/politik/deutschland/:selbstmord-in-zelle-lieferant-von-steuer-cd-tot-aufgefunden/50177413.html

Der mutmaßliche Lieferant einer CD mit Daten zu deutschen Steuersündern ist tot in seiner U-Haft Zelle aufgefunden worden.

„1,34 Mrd. Euro unversteuertes Vermögen sollen die auf der Daten-CD gespeicherten 1106 Kunden in der Schweiz deponiert haben.“ (FTD)

Zu diesem Fall gibt es natürlich eine Menge pikante Details. Angefangen bei den deutschen Behörden, die es nicht schaffen einen Informanten gescheit zu decken:

„So wurde unter anderem der Informant in einem Dossier der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft detailliert beschrieben.“ (FTD)

bis hin zur Frage, warum sich der Mann so plötzlich das Leben genommen haben soll. Er hat immerhin 2,5 Mio. Euro für die Preisgabe der Daten kassiert. Damit hätte er sich definitiv einen guten Anwalt leisten können.