Datenschutz: Heises 2-Klick-Button läßt Facebook sein wahres Gesicht zeigen

Heute wurde ich ausgesprochen positiv von Heise überrascht. Das deutschspachige Nachrichtenportal hat mal gezeigt, wie man sich als Verlag verhält, wenn man es ernst meint mit dem Datenschutz.

Jeder kennt sie, ich habe sie noch nie benutzt und hasse sie: Die Facebook/Twitter/Google-Buttons die sich wie eine Seuche im Netz verbreiten.
Was genau diese Buttons machen war mir bisher unklar, da ich noch nie auf einen geklickt habe und das auch nie tun werde. Aber dass es damit nichts gutes auf sich hat kann man erahnen, wenn man sich etwas mit Datenschutz und Social Media beschäftigt hat. Über diese Buttons kann man seine Followern (Freunde find ich in dem Zusammenhang das falsche Wort) über Dinge im Netz in Kenntnis setzen. Nun könnte man vermuten, dass man sich dazu einloggen muss und dann natürlich auch Daten bei den Diensten gespeichert werden. Aber die Datenschnüffellei geht schon vorher los.

Funktionsweise (http://www.heise.de/ct/artikel/2-Klicks-fuer-mehr-Datenschutz-1333879.html) und Notwendigkeit (http://www.heise.de/security/artikel/Das-verraet-Facebooks-Like-Button-1230906.html) eines solche 2-Klick-Buttons sind in den verlinkten Artikeln genau erklärt.

Konrekt besteht das Problem darin, dass die Datensammelei schon lange bevor man die Buttons verwendet beginnt.

Auch wer nicht bei Facebook angemeldet ist, sendet auf Seiten mit aktiven Facebook-Elementen Daten an Facebook. So setzt Facebook bei jedem Aufruf der Web-Site ein Cookie mit einer Kennung wie E9dcTgVq3xnuDQAAFw47QTAZ,das zwei Jahre gültig ist. Da der Browser dieses Cookie bei jeder Verbindung mit einem Facebook-Server ungefragt mitschickt, könnte der Betreiber damit prinzipiell ein Profil erstellen, welche Web-Seiten der zu der Kennung gehörende Anwender aufgerufen hat. Und es wäre dann auch durchaus möglich, diese Kennung später – etwa beim späteren Anmelden bei Facebook – auch wieder einer Person zuzuordnen.

Facebook reagiert prompt.

„Die Art und Weise wie Heise.de den Like Button eingebaut haben, verstößt gegen unsere Platform Policies“ erklärte Tina Kulow von Facebook gegenüber heise online. In diesen Policies heißt es:

8. You must not use or make derivative use of Facebook icons, or use terms for Facebook features and functionality, if such use could confuse users into thinking that the reference is to Facebook features or functionality.

Ich vermute mal, dass die Jungs bei Facebook so schlau sind, dass sie nicht volle Breitseite geben wollen um den Streisand-Effekt zu vermeiden. Sonst würde das Datenschutz-Tool innerhalb kürzester Zeit große Bekanntheit erlangen.

Doch auch so erfreut sich das Tool großer Aufmerksamkeit und innhalb eines Tages gingen bei Heise bereits über 500 Anfragen anderer Webseiten-Betreiber ein, die ebenfalls großes Interesse an dem Tool haben.

Gratuliation Heise!

Weiter so, und bitte stellt den 2-Klick-Button-Code auf GitHub als OpenSource zur verfügung damit er schnellstmöglich große Verbreitung im Netz findet.

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