Ein Versuch, digital und legal Musik zu erwerben: Amazon.de MP3 Kauf – erstes und letztes Mal

Meinen ersten und gleichzeitig letzter Einkauf von digitaler Musik bei Amazon.de lief leider enttäuschend.

Zunäch muss man, will man ein Album laden, eine Software Namens Amazon MP3 Downloader installieren. Dieser Ansatz ist per se keine gute Idee. Solch Software ist in den meisten Fällen proprietär und man kann nie sicher sein, was man sich da so alles installiert und ggf. einfängt und so einfach nicht mehr los wird.

Mindere Audio-Qualität

Bei Amazon.de gibt es erstaunlicherweise keine eindeutigen Aussagen zu der Qualität der MP3-Dateien, die man kaufen möchte. Die von mir geladenen Dateien haben eine Bitrate von 205-218 kBit/s (VBR). Das ist wirklich nicht hochwertig. Gut wären 320 kBit/s, also die maximale Bitrate, die es für MP3-Dateien gibt, noch besser wäre lossless.

Geht man auf entsprechende Download-Seite oder andere Kanäle, liegen die Downloads fast immer im MP3-Format mit 320kBit/s bzw. sehr oft sogar als Lossless (also verlustfrei) vor. Beispiele für verlustfreie Formate sind das gute alte Wave-Format, Apples AIFF oder der OpenSource Codec Flac. Es gibt noch mehr, aber diese drei sind die gängigsten. Nun Frage ich mich als zahlender Kunde, warum ich, wenn ich für die Musik zahle schlechtere Qualität erhalte, als wenn ich den Kram einfach irgendwo lade.

Booklet & Co

Bei vielen inoffiziellen Downloads ist das gesamte Booklet enthalten. Meist sogar noch ein Scan der CD. Bei Amazon.de: Fehlanzeige. Ich bekomme das Cover mit geliefert, aber das Booklet, Back-Inlay sowie CD-Scan fehlen. Auch fehlen Information wie Besetzung, Aufnahmedatum/-ort etc. Dies trage ich mir im Kommentarfeld bei iTunes ein und kann das natürlich auch mit den Amazon MP3s nachträglich machen. Aber warum fügt man diese Infos nicht generell bei?

Fazit

Da Amazon keinen Mindeststandard bietet werde ich von weiteren Käufen bei diesem Anbieter absehen. Die vollkommen inkompetenten und offensichtlich unausreichend geschulten Hotline-Mitarbeiter ermutigen auch nicht zu einem Versuch, Amazon von der Notwendigkeit besserer Qualität zu überzeugen, beziehungsweise vereiteln diesen Schnellstmöglich mit ihrer Abwimmelei. Jemand kompetentes bekommt man da nicht  an die Strippe.

Als ich anfing meine Musiksammlung zu digitalisieren, begann ich mit MP3 bei 128kBit/s und dachte dies sei ausreichend. Doch wenn man im Besitz einer guten Anlage ist, merkt man schnell, dass MP3 bei 128kbit/s klingen, als wäre die Band unter einer Käseglocke gefangen. Mumpfige Becken, null Brillianz, flacher Klang. So habe ich mich nach und nach zu den 320kBit „hochgearbeitet“ und bin mittlerweile am überlegen, ob ich nicht sogar auf das Lossless-Format umsteigen soll. Ich ärgere mich heute schon, dass iTunes keine offizielle Unterstützung für das Flac-Format bietet.

Leider werden die Nachfolgenden Generationen durch Marketing-Strategien wie der von Amazon.de weiter degeneriert und abgestumpft. Und wenn man mit Mobiltelefon statt guter Stero-Anlage groß wird hört man dann auch irgendwann nicht mehr den Unterschied zwischen Lossless-Audio und MP3 bei 128kBit/s. Je dümmer man das Volk hält, um so besser kann man ihnen jeden Schrott verkaufen.

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