Rufnummern-Poriterung & Wettbewerb im Mobilfunk

Sich dem Eindruck zu erwehren, Deutschland sei eine Bananenrepublik, wird von Tag zu Tag schwieriger.

Heute zum Thema Rufnummern-Poriterung & Wettbewerb im Mobilfunk. Schon lange ist der Telefonmarkt geöffnet und sowohl auf dem Festnetz- als auch im Mobilfunk-Bereich buhlen einige Anbieter um die Gunst der Verbraucher. Bei genauerer Betrachtung stellt man fest, dass sich im Mobilfunk-Bereich gerade mal 4 (vier!) Firmen den Markt aufteilen. Diese sind:

– T-Mobile

– O2 (Telefónica)

– Vodafone

– E-Plus

Alle anderen Marken & Anbieter sind Reseller, also Firmen, die Anschlüsse an das Netz der „Big 4“  zu eigenen Konditionen weiterverkaufen.

Mit etwas gutem Willen kann man, mit leichten Einschränkungen, von einer Vielfalt am Markt sprechen. Damit aber wirklich Wettbewerb stattfinden kann, muss gewährleistet sein, dass ein Anbieterwechsel problemlos von statten gehen kann.

Und genau hier gibt es ein massives Problem: Viele Nutzer möchten nicht auf ihre alte Rufnummer verzichten (viele Selbständige können dies gar nicht) und sind somit auf die Rufnummern-Portierung angewiesen. Doch diese wird aufgrund der folgenden Faktoren oft zum Alptraum für den Endverbraucher.

– keine Standardabwicklung (jeder Anbieter geht vor, wie er es gerade für richtig hält, Abfolge von Kündigung, Portierungsauftrag, Neuanmeldung ist unklar, ebenso wie die Kommunikation der Anbieter untereinander)

– keine Transparenz (den aktuellen Bearbeitungs-Stand einzusehen ist unmöglich; Briefe die nicht als Einschreiben gesendet werden kommen erst gar nicht an; telefonische Nachfragen werden oft nicht wahrheitsgetreu beantwortet und die Gesellschaften schieben sich gegenseitig die Schuld zu – der Dumme ist am Ende der Kunde)

– keine einheitlichen Gebühren (die Gebühren für eine Rufnummern-Portierung können vom Anbieter nach belieben bestimmt werden. Meine telefonische Anfrage bei der Bundesnetzagentur bestätigte mir dies)

– keine zeitlichen Fristen (bin mir nicht ganz sicher, ob es gesetzliche Fristen gibt, zumindest werden diese nicht durchgesetzt und extrem häufig ignoriert)

Diese Faktoren behindern Wettbewerb am Markt. Wer das nicht verstehen will, hat den obigen Text nicht genau gelesen oder ist von der Lobby geschmiert. Mir ist es ein Rätsel, warum es da keine einheitlichen Regelungen gibt. Identischen Artikel könnte man übrigens auch zum Strom-Markt oder zum Festnetz-Bereich (wobei dort nicht ganz so häufig gewechselt wird) schreiben .

Es scheint fast, als habe die Industrie ein großes Interesse daran, einen Anbieterwechsel möglichst kompliziert zu gestalten und damit Wettbewerb zu verhindern. Und soweit ich weiß, ist es dann Aufgabe der Bundesnetzagentur, einzugreifen.

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