Julian Assange bei Podiumsdiskussion zum Thema „(Self) Censorship – New Challenges for Freedom of Expression in Europe“

Hier das komplette Video. Leider ist Audio und Bild nicht ganz synchron – nicht irritieren lassen.

Für alle, die gar nichts mit dem Namen assoziieren: Julian Assange ist Gründer und einer der führenden Köpfe hinter WikiLeaks. Das wiederum ist eine Webseite, die hoffentlich mittlerweile jeder kennt. Vor ein paar Wochen hatten sie das  „Collateral Murder“-Video veröffentlicht auf dem zu sehen ist, wie eine Gruppe von zivilen Irakern und zwei Reuters Journalisten von einem Apache Hubschrauber aus erschossen werden ohne sich aggresiv oder auffällig verhalten zu haben. Dies ging durch sämtliche Medien weltweit.

Die ganze Diskussions-Runde dauert über 3h daher hier der Direkt-Link zu Julian Assanges Rede 1:08:40 bis 1:25:25.

Danach kommt Prof. A. Mullis – das ist schwer anzuschauen, er tritt auf wie der Cheflobbyist der Zensurbefürworter.

Dann kommt die erste spannende Frage bzgl. des Trafigura-Falls (siehe Bsp. 1), die erstmal nicht direkt beantwortet wird Diskussionsrunde ab 1:43:44.

Dann (unbedingt anschauen) erklärt J. Assange Herrn Prof. A. Mullis noch mal genau, wie er den Trafigura-Fall sieht (1:53:15). Da ist jemand klar im Kopf.

Es geht um den sogenannten „Libel Law Tourism“: D.h. dass Firmen, die Journalisten oder wen auch immer zum Stillschweigen bringen wollen, in Großbritannien eine Klage einreichen, die mit enormen Kosten verbunden ist und somit meist zum Rückzug der Herausgeber / Journalisten führt.

Bsp. 1: Giftmüllskandal der schweizer Firma Trafigura aus dem Jahr 2006: „Anfang September 2006 wurde bekannt, dass von einem ausländischen Schiff aus auf mehreren Deponien, aber auch in der offenen Kanalisation und in Straßengräben in Abidjan über 500 Tonnen Giftmüll abgeladen wurde. Dieses führte zu über 1500 Erkrankungen und mindestens acht Todesfällen.“ (Wikipedia) Mehr Details im Wikipedia-Artikel zu diesem Thema. Die BBC wurde damals durch eine sogenannte Gag-Order (Knebelurteil) zum Schweigen gebracht. Im März 2010 hat WL die Verteidigung der BBC veröffentlicht, da diese sonst nie öffentlich geworden wäre. BBC hat klein beigegeben, um nicht mit den hohen Prozesskosten belastet zu werden. Link zum WL-Dokument BBC-Court-Defense (Trafigura-Case).

Bsp. 2: Ukrainischer Journalist will über die oligarchischen Strukturen im Energie-Sektor berichten und es wird ein Prozess gegen ihn in London eröffnet. Für diesen Prozess hat der Journalist natürlich nicht das nötige Kleingeld.

Anschauen und aufpassen, dass die Kinnlade auch wieder zugeht – und evtl. Wikileaks eine Spende zukommenlassen. Das geht auch per Banküberweisung (für die PayPal- zurecht -Hasser).

Wau Holland Stiftung
Postfach 640236, 10048 Berlin,
Germany Commerzbank Kassel,
BLZ: 52040021, KTO: 277281204
(international: IBAN: DE46520400210277281204, BIC: COBADEFF520)
(inquiries: wl-donations@sunshinepress.org)

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