Broken Apple #1 – iPhone Fuck-Ups als Geschäftsmodell. Wieso, weshalb, warum?

Es gibt einige Dinge die mich am iPhone stören. Stören ist eigentlich untertrieben – sie nerven. Nach einem Jahr intensiver Benutzung halte ich das iPhone für ziemlich überbewertet. Die Konkurrenz hat sich zwar etwas bitten lassen, aber mittlerweile gibt es einige Alternativen (Motorla Droid, welches in Europa komischerweise Milestone heißt oder einige der BlackBerrys, das HTC Hero, der Palm Pre fallen mir spontan ein). Doch dieser Post soll sich ausschließlich um die Askepkte kümmern, die mich am iPhone stören. Die Liste ist nicht vollständig und wird laufend erweitert.

  • keine kabellose Synchronisierung des iPhones (per BlueTooth oder wlan): Das ist wirklich komisch – ein BlueTooth-Sync mit meinem Mac und den einfachsten Mobiltelefonen war nie ein Problem, doch nun soll genau dies mit dem Apple-Eigenen iPhone nicht möglich sein? Guter Humor, Steve. Ein kabelloser Sync wäre praktisch, um z.B. alle 5 Minuten den Kalender abzugleichen – man müßte also nicht immer wenn man das Haus verläßt erst das Kabel raussuchen und anschließen, um mit einem aktuellen iPhone unterwegs zu sein. Update 30.05.2010: WLAN-Sync ist seit ca. 2 Wochen endlich möglich und funktioniert absolut problemlos. Bedingung für diesen Spaß ist jedoch (wie sooft) ein Jailbreak. Dann in Cydia das Programm „Wifi-Sync“ installieren – es kostet 9,90€.
  • kein Flash-Support: in der Folge heißt das, viele Web-Anwendungen, Webseiten, Video-Portale funktionieren auf dem iPhone nicht. Das ist natürlich im Sinne der Content-Anbieter und dazu zählt mit dem App-Store nunmal auch Apple höchst persönlich. Wenn Online-Spiele und sämtlicher Mediatheken-Content per Mobil-Browser verfügbar wäre, würde die Nachfrage nach Content-Liefernden-Anwendungen extrem sinken. Und wir wollen ja nicht, dass Apple sich seine neuzeitlichen Paläste, äh Stores, nicht mehr leisten kann.
  • kein VoIP über 3G: Auf vielen Symbian- oder Windows-Mobile-Geräten ist schon seit Jahren eine Nutzung von VoIP-Anwendungen wie Fring oder Skype über UMTS (3G) möglich. Das heißt man kann, sofern man über einen entsprechenden Datentarif verfügt, indem VoIP nicht geblockt ist (wie bei T-Mobile; O2 blockt VoIP z.B. nicht, ePlus werd ich demnächst testen), von überall einen „kostenlosen“ Skype-Anruf tätigen. Das treibt den Telcos (Telephone-Companies) natürlich Tränen in die Augen, weil damit ihr schönes althergebrachtes Geschäftsmodell ad absurdum geführt wäre (bezahlen nach Minuten, obwohl dabei auch nur Daten anfallen). Update 1: Mit Vorstellung des iPads am 27.01.2010 wurde ein neues SDK vorgestellt welches VoIP über 3G nun erlaubt. Skype schafft es allerdings bisher nicht, diese Funktionalität in die Skype-App zu integrieren. Update 2: 30.05.2010 Skype bringt Version 2.0, mit der auch Anrufe über 3G möglich sind. Allerdings mit Ankündigung, ab August eine Gebühr für diese Funktionialität zu erheben. Gebühr für Skype-to-Skype ->nogog. Und tschüss Skype.
  • schlechte Kamera: die eingebaute Kamera ist (zumindest beim 3G und den Geräten davor) extrem beschissen. Photos sind verschwommen, Farbwiedergabe mangelhaft usw.
  • keine Video-Funktion (iPhone 3G und älter): Apple hat sich erdreistet, Video-Funktionalität für das 3GS nachzuliefern, 3G und Vorgänger bleiben aber aussen vor, obwohl eine Video-Implementierung technisch kein Problem wäre. Mit Jailbreak einfach das Programm „CyCorder“ unter Cydia laden. Dann gehts.
  • Akku nicht austauschbar: leider ist beim iPhone im Gegensatz zu den meisten anderen Mobiltelefonen die Batterie fest verbaut und läßt sich daher nicht ohne größeren Aufwand austauschen.
  • Umschaltung zwischen aktivem und ausgeschaltetem Display während eines Telefonats funktioniert nicht: kurze Erklärung: die Idee ist, dass wenn das Telefon beim telefonieren ans Gesicht gehalten wird, das Display auf „aus“ schaltet, was ja auch Sinn macht. Genauso sollte es erkennen, wenn es eben nicht mit der Wange in Berührung kommt (z.B. beim Telefonat über ein Headset, oder wenn man etwas im Telefonbuch/Kalender nachschauen möchte) und in diesem Falle das Display aktivieren. Dieses Merkmal funktioniert bei mir nur sehr mangelhaft was jedes Telefonat indem Interaktion mit dem iPhone gefordert ist zu einem Alptraum werden läßt
  • keine Front-Kamera: somit ist Video-Telefonie, wie sie z.B. von Skype oder Fring bereits kostenlos unterstützt werden würde, leider nicht machbar
  • kein Copy & Paste: ist seit der Firmware 3.0 (Release 17. Juni 2009) und damit zwei Jahre nach Markteinführung des Geräts (29. Juni 2009) möglich
  • iWork-Format nicht unterstützt: das ist sehr Schade. Bevor jetzt alle meinen, dass man auf dem iPhone NIE eine Tabellenkalulation verwenden würde: richtig, auch ich mache meine Steuererklärung nicht auf dem iPhone. Aber meine Filmliste habe ich gern als Tabelle dabei und nehme daran auch unterwegs gerne mal eine Kurrektur oder einen Neueintrag vor. Use-Cases gibt es genug, aber leider keine Apps. Lösung 1: MS Office-Formate lassen sich mit der QuickOffice-App bearbeiten und man kann jedes iWork-Dokument auch als MS-Office Dokument speichern. Bleibt die Frage, warum man dann nicht gleich komplett auf MS Office umsteigt. Lösung 2: und hier wird deutlich, warum ein Bearbeiten von iWork-Dokumenten auf dem iPhone nicht möglich ist: Apple will uns das iPad für teuer-Geld verkaufen. Dafür gibt es nämlich die Programme der iWork-Suite als App. Nun warten wir mal ab, ob mit iPhone 4.0 und dem offiziellen Release-Termin des iPad evtl. auch eine App-Variante fürs iPhone kommt.

Fazit: Ohne Jailbreak hätte ich mein iPhone schon lange verkauft und wäre auf ein Android-Gerät umgestiegen.

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