Gerichtsverfahren und Öffentlichkeit

In Deutschland darf nicht per Video aus einem Gerichtssaal übertragen werden – auch wenn der Prozess öffentlich ist.

Der Begriff der Öffentlichkeit in der Wikipedia:

Im Prozessrecht bezeichnet Öffentlichkeit sowohl die Tatsache, dass eine Gerichtsverhandlung auch unbeteiligten Personen zugänglich ist, als auch den Kreis der einer Gerichtsverhandlung beiwohnenden, nicht direkt beteiligten Zuschauer.

Gerichtsverhandlungen einschließlich der Verkündung der Urteile und Beschlüsse sind in der Regel öffentlich (Deutschland: § 169 des Gerichtsverfassungsgesetzes). Obgleich im Grundgesetz nicht ausdrücklich erwähnt, gilt Öffentlichkeit der mündlichen Verhandlung als Grundprinzip des Rechtsstaates. Auch nach Artikel 6 Absatz 1 der europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) gehört das öffentliche Verhandeln vor Gericht zur Voraussetzung eines fairen Verfahrens.

Und nun kommen die deutschen Gerichte und sagen, dies sei durch streng limitierte Sitzanzahl und einem komplexen Akkreditierungsverfahren gewährleistet. Das bedeutet u.a.

  • als Nicht-Journalist bekommt man keinen Zugang zu entscheidenden Prozessen (wie dem NSU-Prozess oder der Verhandlung des ESM vorm BVerG
  • ausschließlich Meinungen aus Sekundärquellen also Mainstream-Medien können zur Kenntnis genommen werden
  • somit ist es als Bürger, den die Entscheidungen der Gerichte direkt betreffen (ESM), unmöglich, sich ein eigenes Urteil zum Geschehen vor Gericht zu bilden

Es ist an der Zeit, die Grundlagen unserer Judikative zu überdenken und auf zeitgemäße Grundlagen zu stellen. Warum soll man Prozesse nicht per Video streamen und archivieren? Einige Prozesse sind enorm wichtig und von großem Interesse. Ein Beispiel dafür ist der Eichmann-Prozess in Jerusalem. Die Bedeutung dieses Prozesses tritt erst zu Tage, wenn man sich die aus ihm gewonnen Erkenntnisse von externen Beobachtern vor Augen führt. Wäre es Hannah Arendt damals nicht möglich gewesen, dem Prozess beizuwohnen, so wäre es nicht zur Erkenntnis der “Banalität des Bösen” gekommen. Daher sollte der Eichmann-Prozess in keinem Lehrplan fehlen. Und warum sollte er nicht komplett der Öffentlichkeit (nicht der, wie im deutschen Recht als Öffentlich definierten, ausgewählten hand-voll Journalisten der Mainstream-Medien) zur Verfügung stehen?

Ich bin erstaunt, darüber, dass es dahingehend keine größere Empörung gibt. Aber vielleicht ist auch das Interesse an Informationen bei der breiten Masse durch die bloße Existenz von Facebook gedeckt?

Immerhin plädieren mittlerweile auch althergebrachte Juristen, wie der ehemalige Verfassungsrichter Ernst Gottfried Mahrenholz dafür, in Einzelfällen eine Videoübertragung in Betracht zu ziehen.

Norwegen ist (wie oft) einen Schritt weiter und überträgt z.B. den Breivik-Prozess per Video-Streaming mit positivem Ergebnis.

FBI surveillance strategy – happening and confidential

Zentralisiert und automatisiert – Überwachung 2013. Frohes Neues…

Zum Video: 2012 University of San Francisco Law Review Symposium “Big Brother in the 21st Century? Reforming the Electronic Communications Privacy Act”

Panel 3, Part 2 – In the Name of Safety: Law Enforcement Needs for Electronic Communication Data

  • JUDGE KEVIN V. RYAN (Ret.) (moderator)
  • ANDREW WEISSMAN, general counsel, Federal Bureau of Investigation
  • MATTHEW PARRELLA, chief of Computer Hacking and Intellectual Property (CHIP) Unit, U.S. Attorney’s Office, Northern California
  • BRYAN CUNNINGHAM, practitioner and former State Department and Central Intelligence Agency official

RIP Aaron Swartz :’|

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Aaron Swartz, Co-Author der RSS-Spezifikation, Reddit-Teilhaber, W3C-Mitarbeiter und Aktivist hat sich am 11.01.2013 das Leben genommen.

Auf die Details möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen, dazu bitte die verlinkten Artikel unten lesen. Aber ich möchte Aarons Arbeit würdigen und das geht wohl am besten in dem man sich mit seinen Gedanken und seiner Vision beschäftigt.

 

 

 

Nach der Lektüre kann man sich dann fragen, ob es nicht vielleicht an der Zeit ist, selbst aktiv zu werden und sich in irgendeiner Form zu engagieren.

LibreOffice mit zeitgemäßen Icons versehen

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LibreOffice entwickelt sich erfreulich gut. Die Nutzerzahlen gehen nach oben und die Stabilität hat sich über die letzten Jahre stark verbessert. Doch das User Interface (UI) kommt etwas antiquiert daher. Hinter den Kulissen wird zwar an einer Modernisierung gearbeitet, allerdings braucht diese noch Zeit, bis sie Einzug in die offizielle LibreOffice-Version erhält.

Mehr Info für Leute die sich da einbringen möchten gibt es hier:

Jeder Designer kann zur Icon Library beitragen. Und ich kann jeden Visual Artist nur ermutigen zu partizipieren. Die User danken es.

Wer nicht warten möchte kann sich das Faenza Icon Set runterladen (der unterste von den vier Downloads) und die folgenden Schritte durchführen

  • LibreOffice schließen
  • Programme > LibreOffice > Rechtsclick
  • Paketinhalte einblenden wählen
  • share > config > images_tango.zip verschieben, um dies als Backup zu haben
  • die runtergeladene Datei in images_tango.zip umbenennen
  • in share > config schieben
  • LibreOffice starten

Broken Apple #24 – iPad 2 Kalender unter iOS nach Öffnen leer

Mal wieder ein schicker iOS-Bug, diesmal den Kalender betreffend. Nach dem öffnen des Kalenders auf dem iPad ist die Monatsansicht leer, obwohl dort eigentlich vorhandene Termine sind. Das Problem läßt sich beheben, indem man einen anderen Monat anwählt und dann wieder zum aktuellen Monat zurückkehrt, denn dann sind alle Termine wie gewohnt zu sehen.

Nicht kritisch und dennoch extrem nervig ist dieser Bug. Denn nachdem man zum 20x den Kalender geöffnet hat und eine leere Ansicht erhält, stört diese Kleinigkeit dann doch enorm.

Das Apple diesen Bug kennt, zeigt, dass er in iOS6 gefixt ist. Die Tatsache jedoch den Bug in iOS 5 ungefixt zu lassen und damit über 1 Jahr schlicht zu ignorieren spricht nicht gerade für Apples Kundenfreundlichkeit.

Das Apple über diesen Bug bescheid wissen mußte, zeigt folgende Diskussion in den bekannten “Apple Support Communities” vom 17.10.2011: https://discussions.apple.com/thread/3404654?start=0&tstart=0

Schon seltsam, dass ein so großer Konzern nicht in der Lage ist, solche Fehler kurzfristig zu beheben. Aber wahrscheinlich sieht Apple alle ungefixten iOS 5 bugs als Update-Argument, um die User auf iOS 6 zu bringen.

Broken Apple #23 – iPad 2 Tethering möglich, aber nur mit Jailbreak

iPad 2 (Wifi & 3G)

Neupreis bei Markteinführung (März 2011): 629$

Tethering-Unterstützung: Nein

Apple schafft es immer wieder, seinen Nutzern grundlegende Funktionen vorzuenthalten und diese dann bei einem späteren Gerät als Innovation zu verkaufen. Ein Beispiel war das iPhone und Copy & Paste. Es dauerte bis zum iPhone 3G und iOS-Software-Version 3, bis endlich auch iPhone-Nutzer in der Lage waren diese rudimentäre Funktion zu verwenden.

Gleiches ziehen sie nun beim iPad ab. Zunächst mal eine kurze Erklärung was Tethering ist.

Tethering (deutsch: Anbinden) bezeichnet die Verbindung eines Smartphones mit einem PC oder PDA, um diesem eine Internetverbindung über GSM/UMTS zu ermöglichen. Das Mobiltelefon übernimmt damit die Rolle eines Modems. [WP: Tethering]

Das iPad 3 kann Tethering von Hause aus. Das iPad 2 und 1 aber nicht. Das die Mobilfunkanbieter hier natürlich auch eine Rolle spielen ist klar. Aber egal was für einen Vertrag man hat (auch wenn dieser Tethering erlaubt und unterstützt), man wird die Einstellung auf dem iPad 2 vergeblich suchen.

Dass es keine Tethering Unterstützung gibt, ist faktisch eine künstliche Software-Funktionsbeschneidung seitens Apple (mal wieder 1984 lesen?).

Workaround: iPad 2 Jailbreaken und PdaNet via Cydia auf dem iPad Installieren. Danach muss man noch den Desktop Client von PdaNet installieren.

Damit konnte ich Tethering einwandfrei nutzen.

Fazit

-1 für Apple auf der Skala “Kundenfreundlichkeit”

+1 Grund für einen Jailbreak

Broken Apple #22 – Synchronisation von Smart Groups im Adressbuch zwischen OS X und iOS “gibt’s nicht”

Jeder kennt das OS X Adressbuch, unter 10.8 nun mit dem Namen “Kontakte” aufzurufen.   Klickt man dort auf Menü Ablage > Neue intelligente Gruppe (Shortcut ⌥⌘n) kann man Gruppen erstellen, die alle Adressbuchkontakte nach festgelegten Kriterien durchsuchen und diese dann in der Smart Group sammeln. Fantastische Sache.

Also habe ich alle Gruppen die ich hatte auf Smart Groups umgestellt. Ist ja viel praktischer und besser zu managen. Wäre doch super, diese Smart Groups oder intelligente Gruppen auch unterwegs auf dem iPhone oder iPad zu haben. Wäre… geht aber nicht.

Ein Anruf bei Apple Care und eine Suche in den Apple Discussions zeigen schnell “gibt’s nicht – geht nicht” oder wie Apple uns immer wieder versucht klar zu machen “IT JUST WORKS”. NOT müßte man in diesem Fall hinzufügen. Aussagen, warum das nicht geht oder wann das Feature kommt: keine.

Und nu? Jetzt darf ich alle Smart Groups wieder zurück editieren und in gewöhnlichen Gruppen zusammenfassen. Diese lassen sich nämlich zwischen OS X und iOS synchronisieren.

Und ich dachte, Apple-Produkte würde meine Arbeit effizienter machen.