Markus Lanz, das ZDF als Staatsfunk und Wagenknecht

Am 16.01.2014 fand eine denkwürdige ZDF-Sendung statt. Markus Lanz zeigt sich in dieser Sendung nicht nur unneutral und inkompetent. Vielmehr drängt sich der Eindruck auf, dass die Sendung seitens der Redaktion so angelegt ist, dass Markus Lanz und Hans-Ulrich Jörges Frau Wagenknecht gezielt provozieren und unterbrechen, damit diese ihre Argument gar nicht erst darlegen kann. Auch wenn eine Person sich 20 Minuten lang lächerlich macht und viel Mist erzählt so kann man sich zwar darüber ärgern. Viel ärgerlicher ist jedoch, dass hier wichtige Aussagen von Frau Wagenknecht gar nicht erst zu Ende geführt werden konnten – und genau das schien Sinn und Zweck dieser albernen Unterbrechungen und Provokationen von Lanz und Jörges gewesen zu sein.

Wenn ich mal viel Zeit habe, analysiere ich das etwas genauer. Aber verschiedene Stellen erwecken den Eindruck, dass Lanz hier als Pappfigur agiert und Anweisungen der Redaktion folgt, die in seinem linken Ohr sitzt (welches natürlich fast nie zu sehen ist).

Man fragt sich, ob es Lanz oder die staatstreuen ZDF-Redakteure sind, denen diese dämlichen Nachfragen und Unterbrechungen einfallen. Lanz spielt hier sicher eher eine austauschbare Rolle. Von seiner sorte gibt es leider mehr als genug.

Lanz mit Knopf im Ohr (TM)

Beim ZDF erfährt man auf Nachfrage nicht einmal die Namen der Redakteure, die für diese Sendung verantwortlich sind.Ebenso interessant ist es, die genaue Wahl des Fernsehbildes zu bedenken: die meiste Zeit ist Lanz links und Jürges rechts im Bild. Sahra Wagenknecht ist quasi eingekeilt zwischen diesen Figuren, die es sich zum Ziel gesetzt haben, es zu verhindern, dass überhaupt eine Inhaltliche Diskussion zu Stande kommt. Das lachen (über Lanz) von Moritz Bleibtreu (z.b. 16:28 im Video) ist über weite Strecken geschickt von Jörges verdeckt. Statt dessen bekommt man als Zuschauer recht gut die hämischen Kommentare und Diffamierungen von Jörges mit und sein ständiges Kopfschütteln zu allem was Frau Wagenknecht sagt. Gepaart mit Lanz’ Reaktionen und dem was die beiden immer wieder sagen (z.b. die militaristische EU – auf die ich zu einem späteren Zeitpunkt mal näher eingehen möchte) bleibt natürlich nicht die Aussage von Wagenknecht im Zuschauerohr hängen, sondern dass die Linke behauptet, die EU sei militaristisch und alles wäre ein großer Quatsch was Frau Wagenknecht da erzählt. 17:23 ist einer dieser Momente: Lanz und Jörges verständigen sich auf die nächste Unterbrechung.

Lanz und Hans-Ulrich Jörges

Das Video

ZDF-Redakteur dieser Sendung war Stefan Bayerl

Die Frage, von wem Herr Lanz Anweisungen während der laufenden Sendung erhält will das ZDF mit der Aussage “dies sei eine rhetorische Frage” nicht beantworten.

Broken Apple #25 keine Offline-Synchronisation mehr zwischen OS X Mavericks 10.9 und iOS

NSA: “Hey Apple, es gibt noch User, die noch nicht in der iCloud sind. Da kommen wir noch nicht an Kalender und Kontaktdaten ran.”

Apple: “Kein Problem. Wir zwingen die User einfach, iCloud zu benutzen.”

Tim

Hat sich so oder so ähnlich die Entscheidung zum entfernen der Offline-Synchronisation unter OS X 10.9 Mavericks abgespielt? Ich weiß es nicht, aber beunruhigend ist es so oder so. Und was nun? Alle iOS-Geräte verkaufen, da die ohne Kalender und Kontakte nicht wirklich sinnvoll brauchbar sind?

Bald muss ich wohl tatsächlich wie der russische Geheimdienst wieder Schreibmaschinen für mein Büro kaufen. Apple bekommt ca. 1000 Anfragen von US Behörden pro Monat(!). “Between 9,000 and 10,000 accounts or devices were specified in those requests” – braucht ihr noch mehr Grund, die iCloud nicht zu nutzten?

TO-DO for today:

1) Apple Care anrufen und beschweren. Laßt euch unbedingt eine Fallnummer geben, damit ihr sicher seid, dass der Fall auch aufgenommen wurde. Fragt eine Woche nach dem Gespräch erneut nach, ob es Neuigkeiten bzgl. der Fallnummer gibt und bezieht euch auf Namen des Mmitarbeiters und die Fallnummer.

2) Feedback an Apple geben.

3) Wenn ihr Entwickler seid und einen Apple Developer Account habt, bitte unbedingt einen Bug  einreichen. Duplikat auf OpenRadar nicht vergessen. OpenRadar soll Apple Bugs im internen und geheimen Radar Apple Bugtracker doppeln, damit diese dann öffentlich einsehbar sind, was anders nicht der Fall wäre.

4) Apples Konzernzentrale anrufen und nachfragen, was man sich bei dieser Entscheidung gedacht hat. Die Konzernzentrale Deutschland erreicht man unter 089 996400.

“This Ain’t California” oder “This Is Serious Bullshit”

This Ain't California

Habe mich wahnsinnig über diesen Unsinn geärgert. Auf der Diskussionsseite der dt. Wikipedia zu dem Film “This Ain’t California” ist folgender Beitrag zu finden dem ich voll zustimme und den ich hier übernehme:

Gerade den Film gesehen. Ist Denis Panicek nun fiktiv oder nicht? In diesem Interview findet man folgende Aussagen des Regisseurs [1]:

Gab es Denis Paraceck und hat er all das erlebt, was er im Film erlebt?
Ronald Vietz: Ja, ich habe ihn mehrmals getroffen und interviewt.

Und Martin Persiel ergänzt:

Aber wir haben uns nichts aus den Fingern gesogen, wir haben immer alles recherchiert und dann stimmig eingepackt.

Dann fehlen im Abspann die Namen der Schauspieler und am Anfang der Hinweis, dass es eine fiktive Geschichte ist. Das finde ich alles schon mehr als fraglich und es sollte im Artikel reflektiert werden.

Schließlich stellte sich heraus, dass selbst der Rahmen der Geschichte frei erfunden war: Die Bundeswehrbestattung des Rekruten Panicek sowie die Trauerfeier seiner alten Freunde, die sich um ein Lagerfeuer in einer noch nicht vom Immobilienmarkt erschlossenen Industriebrache versammeln. Denis Panicek, den Skater, hat es nie gegeben.

schreibt die Welt. [2]

Entschuldigung – das grenzt an Vorspiegelung falscher Tatsachen, wenn dann behauptet wird mit dieser nicht existenten Person habe man sich getroffen und fleißig Recherche betrieben. Dass dieser Film bei der Berlinale auch noch einen Preis abräumt, tja, da zeigt sich lediglich, dass die Berlinale Jury hier wohl übereifrig einen Preis an ein heimisches Filmteam vergeben wollte. Peinlich.
Ob es Absicht ist, dass der Name Denis „Panik“ Paraceck / Denis Panicek im Wikipedia-Artikel verdreht wird? Die Verwirrungs-Taktik scheint aufzugehen, im Netz finden sich noch weitere Varianten.

[1] http://www.bpb.de/gesellschaft/kultur/filmbildung/142345/interview-mit-marten-persiel-und-ronald-vietz
[2] http://www.welt.de/print/welt_kompakt/vermischtes/article120358706/Der-Skater-den-es-nie-gab.html

Das Fernsehduell der Kanzlerkandidaten

Liest man heute Nachrichten kommt man an der Top-Schlagzeile “TV-Duell” nicht vorbei. Die Mainstream-Medien tuen so, als hinge davon die Wahl ab. Vielleicht ist das so. Es wäre jedoch sehr traurig, denn dann hätten wir es als Gesellschaft geschafft “Inhalte endgültig zu überwinden” wie Martin Sonneborn das mit seiner Partei “Die Partei” schon lange fordert. Satire oder Realität? Das ist genau sein Spiel und einem bleibt das Lachen im Halse stecken.

Vorgefertigte Antworten auf vorgefertigte Fragen – klingt ja echt spannend. Ich werde sicher wählen gehen, denn sonst stärkt man das Establishment, aber genauso sicher werde ich heute Abend ein schönes Buch lesen und nicht dieses Zirkustheater mit trainierten Zirkusaffen anschauen.

Veröffentlichung von Piraten-Petition gegen Spionageprogramm Tempora abgelehnt

Unglaublich! Lese gerade bei Heise, dass der Petitionsausschuss des Bundestages die Veröffentlichung einer Petition der Piraten zu Tempora abgelehnt hat. Das ist schon ein starkes Stück. Ich empfehle jedem den Heise Artikel einmal ganz in Ruhe zu lesen und sich zu fragen, was das bedeutet.

Bleibt zu hoffen, dass die Petition erneut eingereicht wird und das Thema VOR der Bundestagswahl endlich mal an Fahrt gewinnt.

Es ist allerhöchste Zeit, selbst aktiv zu werden!

Und geht gefälligst am 22. Sept. 2013 wählen.

- – – Ende der Durchsage – – -

Update 2013-08-29: Tagesschau ist nun auch aufgewacht. Unter Überschriften wie “Tempora – ein Spionagewerkzeug mit eingeschränkter Reichweite” wird oberflächlich erklärt worum es geht. Das solche beschönigenden Worte sicher nicht helfen ist ein Punkt.

Dann fällt mir auf, dass die Petition der Piraten im ganzen Artikel nicht mit einem einzigen Wort erwähnt wird.

Ein Schelm, der böses dabei denkt.

Die CDU scheint diese Wahl mit allen Mitteln gewinnen zu wollen. Wie weit deren Arm reicht bleibt Spekulation, aber Vorgänge wie diese zeigen, dass hier mittlerweile mit allen Mitteln gekämpft wird. Nun juristisch dagegen vorzugehen macht keinen Sinn – in einem Monat ist Wahl. Wäre die Petition nun online, würde sie sicher 50.000 Unterstützer finden und ein großes Medien-Echo mit sich bringen. So wird sie nicht ein mal erwähnt. Gruselig.

PR Stunt: E-Mail made in germany bedeutet mehr Sicherheit für Mails behaupten Telekom, GMX und Web.de

Ralph Dommermuth, CEO United Internet auf die Frage was genau diese Initiative bringt: “Ich würde es mit “Ein gutes Gefühl” beschreiben. … dass die Emails die ich schreibe und empfange nicht mitgelesen werden können.”

Stimmt das? Die Mails sind vor und nach der Übertragung von Telekom zu GMX/Web.de oder andersrum Plaintext und lesbar. Woher weiß ich dass Telekom, GMX und Web.de diesen Plaintext nicht speichern und nicht Schnittstellen für den BND genau an dieser Anfanges- und Endstelle bereitstehen?

SSL ist super, aber es ist einfach ein Standard, der schon vor 6 Jahren eingeführt hätte werden müssen. In diesem Fall von sicherer Kommunikation zu sprechen, die nicht mitgelesen werden könnte ist schlichtweg Desinformation. Gefährliche Desinformation oder eben reine PR. Es ist Wahlkampf und so können sich diese deutschen Vorzeige-Unternehmen und die Regierung hinstellen und auf diese ach so fantastische Initiative zur “Netzsicherheit in Deutschland” hinweisen.

Wäre es nicht so traurig würde ich lachen.

Man beachte: In dem Moment in dem Ralph sagt “Ein gutes Gefühlt…” nicken René und der Interviewer mit ernster Mine. Was denken die sich? “Ja da haben wir echt was geschafft. Super Sache. Toll gemacht Jungs.” Müssen das Manager lange üben? Ohne mit der Wimper zu zucken so einen Kram zu erzählen vor laufender Kamera? Oder macht man das einfach bei solchen Jahresgehältern?

Jahresgehalt René Obermann (2008): 3,22 Mio. Euro

Jahresgehalt Ralph Dommermuth: 18 Mio. Euro

Update: Und als hätte es noch eine Bestätigung gebraucht, dass man diesen Herren nicht trauen kann berichte Heise heute: Deutsche Telekom wertet Verbindungsdaten sämtlicher Telefonate aus. Wenn das der Maßstab ist dann kann ich ja sicher sein, dass sie alle Mails ebenfalls auswerten.

Gerichtsverfahren und Öffentlichkeit

In Deutschland darf nicht per Video aus einem Gerichtssaal übertragen werden – auch wenn der Prozess öffentlich ist.

Der Begriff der Öffentlichkeit in der Wikipedia:

Im Prozessrecht bezeichnet Öffentlichkeit sowohl die Tatsache, dass eine Gerichtsverhandlung auch unbeteiligten Personen zugänglich ist, als auch den Kreis der einer Gerichtsverhandlung beiwohnenden, nicht direkt beteiligten Zuschauer.

Gerichtsverhandlungen einschließlich der Verkündung der Urteile und Beschlüsse sind in der Regel öffentlich (Deutschland: § 169 des Gerichtsverfassungsgesetzes). Obgleich im Grundgesetz nicht ausdrücklich erwähnt, gilt Öffentlichkeit der mündlichen Verhandlung als Grundprinzip des Rechtsstaates. Auch nach Artikel 6 Absatz 1 der europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) gehört das öffentliche Verhandeln vor Gericht zur Voraussetzung eines fairen Verfahrens.

Und nun kommen die deutschen Gerichte und sagen, dies sei durch streng limitierte Sitzanzahl und einem komplexen Akkreditierungsverfahren gewährleistet. Das bedeutet u.a.

  • als Nicht-Journalist bekommt man keinen Zugang zu entscheidenden Prozessen (wie dem NSU-Prozess oder der Verhandlung des ESM vorm BVerG
  • ausschließlich Meinungen aus Sekundärquellen also Mainstream-Medien können zur Kenntnis genommen werden
  • somit ist es als Bürger, den die Entscheidungen der Gerichte direkt betreffen (ESM), unmöglich, sich ein eigenes Urteil zum Geschehen vor Gericht zu bilden

Es ist an der Zeit, die Grundlagen unserer Judikative zu überdenken und auf zeitgemäße Grundlagen zu stellen. Warum soll man Prozesse nicht per Video streamen und archivieren? Einige Prozesse sind enorm wichtig und von großem Interesse. Ein Beispiel dafür ist der Eichmann-Prozess in Jerusalem. Die Bedeutung dieses Prozesses tritt erst zu Tage, wenn man sich die aus ihm gewonnen Erkenntnisse von externen Beobachtern vor Augen führt. Wäre es Hannah Arendt damals nicht möglich gewesen, dem Prozess beizuwohnen, so wäre es nicht zur Erkenntnis der “Banalität des Bösen” gekommen. Daher sollte der Eichmann-Prozess in keinem Lehrplan fehlen. Und warum sollte er nicht komplett der Öffentlichkeit (nicht der, wie im deutschen Recht als Öffentlich definierten, ausgewählten hand-voll Journalisten der Mainstream-Medien) zur Verfügung stehen?

Ich bin erstaunt, darüber, dass es dahingehend keine größere Empörung gibt. Aber vielleicht ist auch das Interesse an Informationen bei der breiten Masse durch die bloße Existenz von Facebook gedeckt?

Immerhin plädieren mittlerweile auch althergebrachte Juristen, wie der ehemalige Verfassungsrichter Ernst Gottfried Mahrenholz dafür, in Einzelfällen eine Videoübertragung in Betracht zu ziehen.

Norwegen ist (wie oft) einen Schritt weiter und überträgt z.B. den Breivik-Prozess per Video-Streaming mit positivem Ergebnis.

Aber was tun wir alle?

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